Kreativität im Anforderungsmanagement – Teil 2

Worin unterscheiden sich nun die Begriffe Idee, Kreativität und Innovation?

Ideen sind Einfälle, Gedanken und Vorstellungen. Diese betreten auf der Suche nach Problemlösungen gedankliches „Neuland“. Sie können spontan als „Geistesblitz“ auftreten und entwickeln sich kontinuierlich fort.

Kreativität ist ein Denkprozess, der in phantasievoller und gestaltender Weise Ideen hervorbringt. Diese helfen in praktischer Anwendung Ziele zu erreichen.

Innovationen sind die erstmalige wirtschaftliche Umsetzung einer neuen Idee. Es geht um die ökonomische Optimierung der Wissensverwertung und damit um den wirtschaftlichen Erfolg.

 

Kreativitätsniveaus

Die Einordnung von Kreativität ist nur möglich, wenn im Zusammenspiel auch Idee und Innovation erwähnt werden. Die Idee ist also ein strukturierter Gedanke, der als „Geistesblitz“ spontan oder mit Unterstützung von Kreativität entsteht. Wie schon erwähnt ist hierbei bei der Suche nach einer Problemlösung gedankliches „Neuland“ betreten worden. Dazu ist Kreativität notwendig, also die Fähigkeit die Lösung des Problems mit der Praxis in Zusammenhang zu bringen und umzusetzen.

Laut Abel (2008) gibt es verschiedene Kreativitätsniveaus:

  • Neu-Arrangieren von Elementen: Schwache Kreativität
  • Brechen von alten Prinzipien, Regularitäten und Gesetzmäßigkeiten: Starke Kreativität
  • Kreative Prozesse mit konstruktiver Beteiligung menschlicher Vorstellungskraft: Moderate Kreativität

Zur Aktivierung der Kreativität ist nun eine Problem- oder Aufgabenstellung vonnöten, wie sie im Requirements Engineering in der Anforderungsphase auftritt. Der Mensch wirkt hier gestaltend auf das Projekt ein. Um jetzt produktiv zu sein müssen laut Schlicksupp (1993) folgende drei Dimensionen vorhanden sein:

  • Menschen müssen kreativ sein „wollen“
  • Für kreative Leistungen befähigt werden, also „können“
  • Zudem müssen innere und äußere Bedingungen Kreativität zulassen, d.h. Menschen müssen kreativ sein „dürfen“

Eine weitere Darstellung von individueller Kreativität liefert Amabile und definiert Kreativität eines einzelnen über folgende Komponenten: Expertise, Einfallsreichtum und Motivation. Expertise kann als technisches, prozessuales oder intellektuelles Wissen interpretiert werden. Das kreative Denken beschreibt die Art, wie flexibel und ideenreich sich eine Person mit den Problemen auseinandersetzen kann. Dies bedeutet auch, ob die Person beispielsweise alte Lösungen hinterfragen kann.

Komponenten der Kreativität
Komponenten der Kreativität

Funktionsweise der Kreativität

Nachdem Kreativität im Allgemeinen diskutiert wurde, wird in den nächsten Absätzen der Frage nachgegangen, wie Kreativität funktioniert.

Mit Kreativität werden oftmals bestimmte Berufsbilder assoziiert: Designer, Musiker, Komiker oder andere herausragende Persönlichkeiten. Menschen mit etwas „schrägen“ Persönlichkeitsmerkmalen werden als kreativ wahrgenommen. Stamm (2008) beschreibt in diesem Zusammenhang mit folgende Kreativitätsursprüngen, wie Kreativität zustande kommt:

  • Gnade: Organisationen müssen Menschen finden, die „begnadet“ kreativ sind
  • Zufall: Eine Fügung produziert Kreativität
  • Assoziierung: Anwendung von Prozeduren in verschieden Bereichen führt zu Kreativität
  • Kognition: Kreativität ist erlernbar
  • Persönlichkeit: Eine menschliche Fähigkeit, die immer vorhanden ist. Muss erlernt und trainiert werden.[1]

Je nachdem, welcher Erklärung man nun vertraut, ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen.

 

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