Kreativität im Anforderungsmanagement – Teil 1

„Kreativität ist nichts anderes,
als eine ausgebaute Straße zu verlassen,
um neue Wege zu suchen.“ – Willy Meurer

In Kürze: Was ist Anforderungsmanagement und wozu braucht man hierfür Kreativität?

Auftraggeber sind sich zu Beginn eines Entwicklungsprojektes oftmals noch nicht komplett sicher, wie das Endprodukt (ihrer Vision) genau sein wird. Die Neuentwicklung soll ja kommerziell erfolgreich sein und den Markterfolg der Zukunft sicherstellen.

Die Fachexperten auf Kundenseite definieren nun ihre Anforderungen durch Kreativtechniken wie Brainstorming und Interviews. Dabei kommen aber oft unbewusste Anforderungen nicht zum Ausdruck und versteckte Wünsche bleiben unerkannt. Es muss hierbei in solchen Projekten nach verschiedenen Möglichkeiten gesucht werden, systematisch innovative Produkte hervorzubringen und das volle Potenzial eines Projektes auszuschöpfen.

„Ein Projekt ist eine zeitlich befristete, relativ innovative und risikobehaftete Aufgabe von erheblicher Komplexität, die aufgrund ihrer Schwierigkeit und Bedeutung meist ein gesondertes Projektmanagement erfordert.“ Diese hier genannten Eigenschaften stellen den damit betrauten Projektleiter vor eine große Herausforderung. Es besteht die Notwendigkeit ein funktionierendes Team aufzustellen und Ziele festzulegen.

Deren Einhaltung muss überwacht werden. Bei den Zielen handelt es sich um Funktionalitäten, die bei einer Abnahme durch beispielsweise einen Kunden zur Verfügung stehen müssen. Um hierbei methodisch korrekt vorzugehen und die Anforderungen konkret zu dokumentieren und umzusetzen wird Requirements Engineering (Anforderungsmanagement) verwendet.

Eine Anforderung „Eine Beschaffenheit oder Fähigkeit, die ein System oder Systemteil erfüllen oder besitzen muss, um einen Vertrag, eine Norm, eine Spezifikation oder andere, formell vorgegebene Dokumente zu erfüllen“. Rupp unterteilt Requirement Engineering in vier Phasen, die nacheinander abgearbeitet werden: Erfassung, Dokumentation, Prüfung und Abstimmung.
In der Phase der Erfassung ist der Auftraggeber immer darum bemüht ein möglichst gutes Briefing zu liefern, um hinterher ein bestmögliches Endprodukt zu erhalten.

Wie kann nun dazu beigetragen werden, dass am Ende ein innovatives Produkt entsteht und keine Potenziale verschenkt werden? Ein Ansatz hierbei ist der Einsatz von Kreativitätstechniken. Sie sollen Innovationen fördern und helfen, die Anforderungen des Kunden besser zu verstehen. Doch was bedeutet in diesem Zusammenhang Kreativät? Eine Produktbezogene Erklärung gibt Sternberg (1999): “the ability to produce work that is both novel (i.e. original, unexpected) and appropriate (i.e. useful, adaptive to task constraints)”

Der Aspekt der kreativen Produktgestaltung gewinnt in der heutigen Wirtschaft immer mehr an Relevanz. „In der Kommunikationsgesellschaft sind ökonomische Prozesse einem grundlegenden Wandel unterworfen. […] Unternehmen […] die ökonomisch handeln, [müssen] ihre Form des Arbeitens und Wirtschaftens verändern, um die vom Kunden und vom Markt geforderten systemischen Lösungen anbieten zu können. Kernvokabeln sind dabei Kooperations- und Netzwerkfähigkeit, Innovationsbereitschaft und Kreativität“.

In den folgenden Beiträgen wird nun das Thema Kreativität und Ideengenerierung im Requirements Engineering erläutert und abschließend Techniken gezeigt, mit welcher diese systematisch gefördert werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.