Kreativität im Anforderungsmanagement – Teil 3

Förderliche Faktoren für kreatives Denken

Kreatives Denken kann erlernt und geübt werden. Der Autor Sternberg (1995) zählt dazu folgende Punkte auf, die das kreative Denken fördern:

  • Motivation für den Bereich, in dem Kreativität gefordert ist (ohne extrinsische Belohnung z.B. Geld)
  • Höchste Ansprüche und Selbstdisziplin. Dazu kommt Non-Konformismus, d.h. gezielte Missachtung der Regeln
  • Selbstbewusste Behauptung des Kreativen Outputs auch gegen destruktives Feedback
  • Heranziehen von hilfreichen Personen oder Gegenständen, welche die eigene Kreativität fördern
  • Gezieltes Sammeln von Wissen und permanente Fortbildung (z.B. durch Fachmagazine)
  • Eigene Kreativität, sowie die Kreativität vom Unternehmen sollte höchste Priorität erhalten

Hemmende Faktoren für kreatives Denken

Dem gegenüber stehen hemmende Faktoren, die wenn möglich beseitigt werden sollten. Becker (2006) unterteilt dies in endogene und exogene Faktoren. Endogen hemmen Selbstzweifel, Perfektionismus und zu starres Festhalten an Standards. Auch das zu starke fokussieren auf eine bestimmtes Thema (Tunnelblick) kann problematisch sein. Exogen können Stress, die vorschnelle Unterdrückung von Vorschlägen und die übergroße Einmischung von Autoritäten ein Hemmnis für den kreativen Prozess sein.

Quellen der Kreativität

Auf die Frage, wo kreative Ideen (außerhalb des Unternehmens) entstehen hat Bert (1992) in einer Untersuchung folgende Antworten gegeben:

Quellen der Kreativät - Bert (1992)
Quellen der Kreativät – Bert (1992)

Phasen des kreativen Prozesses

Es werden nach Wallas (1926) mehrere Stufen eines kreativen Prozesses zur Problemlösung unterschieden:

  1. Vorbereitung
  2. Inkubation
  3. Illuminationsphase
  4. Verifikationsphase

Die erste Stufe der „Vorbereitung“ beinhaltet eine akribische und intensive Auseinandersetzung mit der Thematik. Die darauf folgende Phase der „Inkubation“ bezeichnet eine Nichtbeschäftigung mit dem konkreten Thema. Denn in der Phase der Nichtbeschäftigung arbeitet unser Gehirn weiter, es bilden sich assoziative Verbindungen zwischen Ideen und Vorstellungen. Darauf folgt die Phase der „Illumination“. Sie bedeutet so viel wie „Einsicht“ und beschreibt das Auftreten eines „Aha-Effekts“. Dies könnte man mit dem Auftreten eines bewussten Schöpferischen Momentes beschreiben. Am Ende des Prozesses findet die „Verifikation“ statt. Dies ist die Einsicht, dass nur die wenigsten Ideen brauchbar sind.

Grundschema eines idealisierten kreativen Prozesses
Grundschema eines idealisierten kreativen Prozesses

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